Liebe Leserin, lieber Leser

Taste Besonnenheit
Bildrechte: Jens Hauschild

Wir leben jetzt in „Zeiten von Corona“ und dieses Virus verändert so vieles in unserem persönlichen Leben, unserem Land, unserer Gesellschaft, unserer Kirche und in unserer Kirchengemeinde. Ich schreibe diese Zeilen am 14. März 2020 und frage mich: Wann gibt es erste Erkrankte oder gar an der Virusinfektion Verstorbene in Neuburg, in unserer Nachbarschaft, in unserer Gemeinde? Das macht mir schon Angst!

Eines ist klar: Wer gestern noch Witze über das Virus und die Infektion gemacht hat, dem bleiben diese Witze heute im Halse stecken. Wir alle sind betroffen und voller Befürchtungen und wissen nicht, wie es weitergeht.

Die Schulen sind nun geschlossen und auch unseren Kindergarten der Apostelkirche haben wir natürlich schließen müssen. Für viele berufstätige Eltern, ganz besonders für Alleinerziehende, ergeben sich daraus schwerwiegende Probleme. Sind Gaststätten, Theater und Kinos noch geöffnet oder ist inzwischen das ganze öffentliche Leben zum Stillstand gekommen?

Wie geht es weiter?

Wie geht es weiter mit unserer Gemeinde und unseren Angeboten in diesen Wochen? Werden wir weiterhin Gottesdienst feiern können oder sind die Gottesdienste, wenn Sie diese Zeilen lesen, schon „bis auf Weiteres“ ausgesetzt? Ich rechne fest damit!

Wird die diesjährige Konfirmation wie geplant am Palmsonntag gefeiert werden oder müssen wir sie verschieben? Werden die Gemeindeabende (APO liest ein Buch, Auslandseinsatz u.a.) zu denen im Gemeindebrief eingeladen wird, überhaupt stattfinden können? Ist unser Seniorenkreis z.Zt. eine Freude oder eine Gefährdung?

Auch unser persönliches Leben hat sich verändert: Wir halten Abstand, geben nicht mehr jedem die Hand, schränken die Kontakte mit anderen ein, meiden den Sportverein, das Fitnessstudio und den Kaffeeklatsch und merken, dass uns das viel Lebensqualität kostet.

Der nächste Gemeindebrief ist dennoch voll mit den Ankündigungen von vielen Gottesdiensten und Veranstaltungen. Viele werden vielleicht ausfallen müssen. Wir wissen es nicht. Aber so werden Sie sehen, was alles an schönen Dinge geplant war und bleibt: Aufgeschoben wird nicht bedeuten aufgehoben!

Ostern fällt nicht aus!

Bitte achten Sie auf die Ankündigungen in der Tagespresse, auf unserer Internetseite und bei Facebook oder rufen Sie im Gemeindebüro an. Was wird abgesagt, was findet statt in unserer Gemeinde? Und eines möchte ich schon hier und jetzt festhalten: Wenn wir wegen der Gefährdung in geschlossenen Räumen unsere Gottesdienste nicht mehr halten dürfen, dann wird doch ein Gottesdienst ganz bestimmt stattfinden, nämlich der Ostergottesdienst. Das höchste Fest der Christenheit, der Tag der Auferstehung Jesu Christi, wird dann in „Zeiten von Corona“ als Open-Air-Gottesdienst auf dem Martin-Luther-Platz vor der Kirche gefeiert werden, der Posaunenchor wird spielen und wir werden uns zusprechen „Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!“ Draußen können wir einen Sicherheitsabstand voneinander wahren, sind an der frischen Luft und sicherlich weniger gefährdet als in jedem Supermarkt.

Gelassenheit, Mut und Vertrauen

Ich schließe nun mit den Worten, die Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm an uns in einem Brief geschrieben hat: Für alle Menschen, die unter den Konsequenzen des Virus zu leiden haben, „und für uns selbst wollen wir beten: Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.(Reinhold Niebuhr)

Als Christen leben wir nicht aus der Angst, sondern aus dem Vertrauen. Bei allem, was jetzt an Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen ist, wissen wir: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.” (2. Timotheus 1, 7) Das ist die beste Voraussetzung, jetzt das Richtige zu tun, um Gefahren für die Zukunft zu vermeiden und gleichzeitig tief in der Seele zu spüren: Gott ist bei uns jeden Tag. Auf ihn vertrauen wir, egal, was kommt.“

Herzliche Grüße, Gott behüte Sie alle!

Ihr Pfarrer Jens Hauschild

 

P.S.: Ich bin und bleibe Ihr Pfarrer und bin für Sie da, egal was passiert. Rufen Sie mich an und ich komme gerne zu Ihnen, wenn Sie mich brauchen! Im Sinne einer „Nachbarschaftshilfe“ stehen wir gerne älteren Menschen aus der Gemeinde zur Seite, die Unterstützung brauchen: Melden Sie sich einfach im Gemeindebüro oder bei mir.